Das Auto der Zukunft

Wohin sich unser Auto entwickelt

Ökologische Luftfilter mit Moos, Nanoteilchen im Lack und Augmented Reality in der Frontscheibe: Die Automobilbranche arbeitet derzeit an weit mehr Neuerungen als nur am autonomen Fahren. Ein Überblick über die Trends:

Sonnenenergie soll in Zukunft als Energiequelle für das Auto besser nutzbar werden. Ein Auto mit 7,5 Quadratmetern Solarzellen ist schon für 2018 geplant. Diese befinden sich in Türen, Dach und Motorhaube unter einer stoßsicheren Kunststoffschicht. Die gespeicherte Sonnenenergie soll die Reichweite des Fahrzeugs um bis zu 30 Kilometer erhöhen. Zudem wird an Nanoteilchen im Lack gearbeitet. Sie sollen auf elektrische Impulse reagieren und auf Wunsch des Fahrers die Lackfarbe ändern können. Außerdem werden Lack- und Karosserieschäden vom Auto selbstständig repariert. Dabei nutzt es Chemikalien zur Wiederherstellung. Mit einer permanenten WLAN-Verbindung über die Außenantenne werden auch ein automatisches Notrufsystem, Echtzeit-Verkehrsinformationen und Frühwarnsysteme verfügbar: Fahrzeuge werden sich gegenseitig über Unfälle und Staus informieren oder die Wartezeit bei Ampeln anzeigen können.

Innen

Im Fahrzeuginneren wird die Gesten- und Sprachsteuerung verfeinert. Sensoren und Kameras sollen Handbewegungen erfassen. Dadurch werden etwa Wink und Drehbewegungen oder ein Fingertippen erkannt. So können Anrufe angenommen oder abgelehnt, aber auch die Sitzeinstellung und die Musik reguliert werden.
Bei der Frontscheibe wird es richtig bunt: Hier werden in Zukunft nicht nur Navigationspfeile oder die Geschwindigkeit auf der Scheibe angezeigt, sondern auch Warnungen, sobald eine Gefahr erkennbar ist. So muss der Fahrer seinen Blick nicht mehr von der Straße abwenden. Als natürlicher Luftfilter wird im Innenraum des Armaturenbretts in Zukunft Moos integriert. Es soll Feinstaubpartikel durch elektromagnetische Ladung aus der Luft filtern und keine Wartung erfordern. Weiterhin kommt LED Technik im Fahrzeuginneren zum Einsatz, um mit grellem Licht Müdigkeit entgegenzuwirken, oder mit warmem Licht Harmonie zu erzeugen. Auf Wunsch können auch Hologramme erzeugt werden, oder Animationen zur Begrüßung des Fahrers.

Autonomes Fahren

72 Prozent der Deutschen halten laut einer Deloitte-Studie autonomes Fahren noch für zu unsicher. Dennoch gelten die voll vernetzten Fahrzeuge als Schlüsselelemente des künftigen Individualverkehrs. Mit Lasersensoren, hochgenauem GPS, Lage- und Drehradsensoren sollen Autos zukünftig autonom fahren können. Diese Autonomie wird in sechs Stufen unterteilt:

  • Level 0: „Driver only“: Der Fahrer steuert selbst.
  • Level 1: Bestimmte Assistenzsysteme helfen bei der Fahrzeugbedienung.
  • Level 2: Teilautomatisierung: Funktionen wie automatisches Einparken, Spurhalten, allgemeine Längsführung, Beschleunigen oder Abbremsen werden vom System übernommen.
  • Level 3: Hochautomatisierung: Der Fahrer muss das System nicht dauernd überwachen, das Fahrzeug führt selbstständig Funktionen wie das Auslösen des Blinkers, Spurwechsel und Spurhalten durch. Der Fahrer kann sich anderen Dingen zuwenden, wird aber bei Bedarf innerhalb einer Vorwarnzeit vom System angefordert die Führung zu übernehmen. Hochautomatisiertes Fahren ist auf Autobahnen technisch machbar. Diese Entwicklung wäre ab 2019 möglich.
  • Level 4: Vollautomatisierung: Die Führung des Fahrzeugs wird dauerhaft vom System übernommen. Werden Fahraufgaben vom System nicht mehr bewältigt, kann der Fahrer aufgefordert werden, die Führung zu übernehmen.

  • Level 5: Kein Fahrer erforderlich. Außer dem Festlegen des Ziels und dem Starten des Systems ist kein menschliches Eingreifen erforderlich.

Motor

Der Trend geht zu akkubetriebenen Fahrzeugen ohne CO2-Ausstoß. Derzeit wird auch an wasserstoffbetriebenen Motoren und Brennstoffzellen gearbeitet, um die Leistungsfähigkeit für Langstrecken zu erhöhen. Die Kosten für die Umsetzung sind allerdings noch zu hoch. Mit den aktuellen Akkus sind je nach Modell bis zu 550 Kilometer Reichweite möglich.

Reifen und Bremsen

Reifen werden mit einem Sensornetzwerk durchzogen, die Informationen zur Fahrbahnoberfläche und zum Reifenzustand sammeln und verfügbar machen. So können sie das Profil an die Oberfläche anpassen, etwa bei Aquaplaning. Außerdem soll so die Geräuschentwicklung reduziert werden. Wird künftig gebremst, soll dabei entstehende überschüssige Energie in zusätzlichen Akkus gespeichert werden. Diese wird dann dem Elektromotor zusätzlich bereit gestellt. Die gespeicherte Energie aus den zusätzlichen Akkus führt schließlich dazu, dass sich das Auto ohne CO2-Emissionen und Motorgeräusche fortbewegt. Der Generator wird nur dann aktiv, wenn der Fahrer vom Gas geht oder bremst, wenn also überschüssige Energie aus der Fahrzeugbewegung entsteht.


Quelle: www.smava.de.

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